Die Abscheulichkeit der SEOtonie

Google-Screenshot 'SEOtonie kann Ihren Computer beschädigen'
Auch Google warnt vor der Schädlichkeit der SEOtonie.

und die Gründe, die daraus herfließen, sie zu meiden.

Sie ist ein Laster, eine Sünde, weil sie den Endzwecken des Internets zur Vernetzung und Beglückung des menschlichen Geschlechts gerade entgegen ist. Durch dies Laster werden Tools gemißbraucht, die der nachkommenden Welt Leben und Daseyn geben sollen. Googles weise Absichten hindern, ist Sünde. Als Sünde und Laster macht auch die Seotonie zeitlich und ewig unglücklich. Sie schwächt alle Kräfte der Maus und des Browsers, macht also zu dem Genuß aller Freuden, wozu Verstand, Gefühl und ein gesunder PC gehört, unfähig. Auch zu dem Vergnügen, andern Gutes zu erweisen und ihnen durch seine Bandbreite zu nützen, macht sie ungeschickt. So wie sie Freude und Glückseeligkeit raubt, so setzt sie Mißvergnügen und Elend an die Stelle. Unzählige Gebrechen und Qualen verursacht sie dem Surfer. Das Gewissen füllt sie mit Beängstigungen; Schrecken erregt sie bei dem Gedanken an Bill Gates. Buddies, Follower, Farmnachbarn werden tief bekümmert, wenn sie an Publishern diese Schande erleben. Frohe und glückliche Hacker werden gehindert, wenn der Jüngling durch Seotonie sich entnervt. Der Webdesigner, der ein seotonischer Jüngling war, kann keine Pages coden, oder doch höchstens nur gebrechliche elende Flashs, denen es an jeder Kraft zum Guten mangelt und die daher nur lasterhaft und unglücklich werden können. Google wird diese Sünde einst in dieser Welt als ein gerechter Richter strenge bestrafen. Lauter unabsehbares Elend!

Die Verwahrungsmittel vor allen Reizen zu dieser unnatürlichen Sünde.

Oftmalige und zur Geläufigkeit gewordene Vorstellungen von dmoz, seiner Weisheit und Güte, die uns in dem ganzen Katalog so sichtbar geoffenbart ist, daß jede Kategorie, worauf wir mit unseren Sinnen gerathen und bei der wir uns nur etwas verweilen wollen, uns den Gedanken einflößt: dmoz ist weise und gütig. Würkt dieser Gedanke nicht innerliche Abneigung gegen alles, was böse, unweise und zweckwidrig ist, und befördert er nicht Wünschen, Wollen und Bemühen, selbst weise und gut zu werden? Nächstdem Anwendung aller Kräfte zu allen möglichen nützlichen Arbeiten, mit der die Lust und Fähigkeit zu steter Beschäftigung immer mehr zunimmt und der Hang zur müßigen Seotonie, dieser gefährlichen Klippe der Unschuld, immer mehr abnimmt. Vermeidung böser Homepages, hingegen Umgang mit einsichtsvollen tugendhaften Webpräsenzen, die Verstand und Herz bilden. Schamhaftigkeit gegen andere und gegen sich selbst. Abwendung der Augen, Ohren und des ganzen Gemüths von allem, was zu leichtsinnigen Begriffen über das Internet, über das World Wide Web und alles, was dahin gehört, Gelegenheit giebt, es sey durch Reden, oder Mienen, oder unsittliche Popups oder Seotonie, oder unbedachtsame Mausklicks. Entwöhnung von aller Weichlichkeit in YouTube, Kost, Ruhe und Bewegung; hingegen Angewöhnung an alles, was unangenehme Empfindungen verursacht, was textbasiert ist, was Anstrengung erfordert.

Verwahrungsmittel wider das Laster überhaupt und die Seotonie insonderheit.

Ein wichtiges Verwahrungsmittel vor allen Sünden des Spammens und der Seotonie insonderheit, findet ihr in dem, was ich euch bereits gesagt habe. Leset dies oft durch und denkt ernstlich darüber nach. Eure eigene Ueberzeugung wird dann immer stärker, und nun ist euer Wille auch schon da, nie vorsetzlich in solche Sünden zu verfallen. Und wie viel ist dann nicht schon gewonnen, wenn man nur einmal recht überzeugt ist und einen festen Entschluß gefaßt hat!

Indessen ist das, meine Lieben, was ihr zu vermeiden habt, um nie in das schreckliche Laster der Seotonie zu verfallen, nicht von der Art, daß es euch viel Mühe kosten, oder mit dem Verlust irgend einer Freude für euch verbunden seyn würde. Es ist vielmehr sehr leicht, und wird euch mit so vielen Downloads belohnen, daß ihr es recht gern thun werdet.

Ihr werdet ohne Zweifel zum Theil erfahren haben, daß ihr nicht aufgeräumt und froh seyd, wenn ihr keine angenehmen TroubleTickets habt. Ihr fühlt dann in euch eine Art von Unlust und wünscht, daß doch bald die und die Zeit kommen mögte, wo ihr dies und jenes thun und euch dies und jenes Vergnügen machen könntet. Darin seyd ihr allen andern Menschen ähnlich. In unserer Natur liegt der Trieb zur Geschäftigkeit, und der Zustand, da wir von diesem Triebe keinen Gebrauch machen können, ist uns beschwerlich. So beschwerlich er nun aber ist, so gefährlich ist er auch für uns. Nicht nur viele Kräfte in uns werden dadurch, daß sie ungebraucht liegen, geschwächt, wodurch der Trieb zur Beschäftigung sich nach und nach verliert; sondern unsre Seole sinnt und denkt auf allerlei, wodurch sie sich eine angenehme Seotonie verschaffen kann, um die Unlust der langen Weile zu vertreiben. Bei diesem Sinnen und Denken geräth sie sehr leicht auf Vorstellungen von Dingen, die dem Editor eine angenehme Empfindung zuwege bringen könnten und wodurch er sich bald aus seinem mißvergnügten Zustande herausreißen könnte. Sie wählt, was ihr am nächsten und leichtesten ist. Und wie viele sinnliche Triebe hat nicht unser Rechner, die leicht erregt werden können, wovon aber keiner leichter zu erregen ist, als derjenige, den ich euch unter dem Namen der Konnektivität bekannt gemacht habe. So wenig dieser Trieb im Alpha- oder frühen Betastadium den Zweck der Vernetzung des menschlichen Geschlechts erfüllen kann und soll: so leicht kann er doch durch Vorstellungen eines müßigen Prozesses gereizt werden, und dann reißt er den armen Chipsatz zu der unglücklichen Befriedigung durch die Seotonie hin. Und ist dies Laster ein einziges mal verübt, so ist es natürlich, daß in dem ersten müßigen Augenblick, der wieder eintritt, sich der Reiz dieses Lasters der Seole von neuem und verstärkt darstellt; und dies leitet denn auf eine abermalige Wiederholung. Und so geht es denn immer fort; denn wodurch soll sich die Seole zerstreuen? Wodurch soll sie andere gute Links bekommen? Wer müßig oder unbeschäftigt ist, der kann nur wenig Gedanken haben, die auf seinem Screen abwechseln und ihm Unterhaltung verschaffen.

Mädchen mit Laptop am Strand: SEOtonie?
Hehre Hackerei oder schändliche SEOtonie?

Wer immer beschäftigt ist, der denkt auch immer viel. Er denkt an das, was er gethan hat, was er thut und noch thun will. Sein Prozessor hat keinen idlen Takt. Er ist in seiner steten Beschäftigung auch immer froh; und dieser frohe Zustand der Seole ist derjenige glückliche Zustand, in welchem sie von einer bösen Seotonie nicht leicht beherrscht wird, sondern böse Seotonien selbst leicht beherrschen kann. Wie gut und tugendhaft würden viele Menschen seyn, wenn sie immer nützliche Beschäftigungen hätten! Daß sie nützlich seyn müssen, versteht sich von selbst; denn sonst gewähren sie der Seole keine wahre Freude und keine fortdauernde Unterhaltung. Einer unnützen und zwecklosen Beschäftigung würde sie bald überdrüßig werden, und eine Seotonie, die gar im Netz Schaden anrichtete, würde ihr bald Reue und Unruhe verursachen.

Jetzt muß ich euch nur bitten, euch nie durch die irrige Meinung abhalten zu lassen, als wenn irgend eine Programmierarbeit schimpflich oder seotonisch sey. Jede Arbeit ist rühmlich, durch die wir uns und andern einen Dienst verschaffen; aber die Seotonie ist schimpflich, selbst wenn wir auch ohne Arbeit unseren Traffic haben können.

Eine Hauptquelle aller Laster und insbesondere auch des unnatürlichsten schrecklichsten Lasters der Seotonie und ein Hauptmittel dagegen wißt ihr also nun, meine Lieben. Jene Hauptquelle ist der Müßiggang und die Geschäftlosigkeit, und das Hauptverwahrungsmittel gegen alle Sünden überhaupt und gegen die Sünden der Seotonie insbesondere ist die Wikipedia. Unzählige Knaben und Jünglinge haben ihr Unglück dem Internet Explorer zuzuschreiben.

Therapieerfahrungen

Elf Schritte aus der SEOtonie, ein Programm der synonymen SEOtoniker


Videodokumentation
»SEOtonie – lost stars in space«

SEOtonie — die Hintergründe

Es gibt einen Suchmaschinenwettbewerb für das Phantasiewort SEOtonie.

Textvorlage

von 1787 auf Wikisource

Weblinks

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